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Retrofit von Windenergieanlagen

Austausch von Gummielementen in Centaflex A und ARCUSAFLEX®

Gummikupplungen sind in der Industrie zu unverzichtbaren Elementen bei der Kraftübertragung geworden. Die Bauteile sorgen für eine reibungslose, vibrationsarme und stoßdämpfende Übertragung von Drehmomenten an Maschinen. Moderne Gummikupplungen sind robust und wartungsarm. Jedoch hängt ihre Lebensdauer von verschiedenen Faktoren ab. Welche das sind und wie man die Lebensdauer von Gummikupplungen beeinflussen beziehungsweise verlängern kann, erläutert dieser Beitrag.

Retrofit als Lebensverlängerung für Windenergieanlagen

Retrofit-Maßnahmen gehören seit Jahren schon zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Bestandsanlagen jeglicher Art. Auch die Lebensdauer von Komponenten von Windkraftanlagen kann mit Retrofit deutlich verlängert werden.

Kupplungen wie die Centaflex A und die ARCUSAFLEX® spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie sitzen zwischen Getriebe und Generator und sind dafür verantwortlich, Drehmomente elastisch zu übertragen, Schwingungen zu dämpfen und Versätze auszugleichen. Ihre Gummielemente sind jedoch Verschleißteile, die regelmäßig überprüft und ausgetauscht werden müssen.

Ein Retrofit mit neuen Elastomeren sorgt dafür, dass die Kupplungen ihre volle Funktionalität behalten und die nachgelagerten Komponenten geschützt werden, ohne dass die gesamte Kupplung ausgetauscht werden muss.

Centaflex A und ARCUSAFLEX® im Windkraft-Einsatz

Die Centaflex A ist eine hochelastische Kupplung mit Gummielementen, die durch ihre hohe Drehelastizität Schwingungen zuverlässig dämpft und Versätze ausgleicht. Sie ist besonders wartungsfreundlich, da ihre Elemente vergleichsweise einfach ausgetauscht werden können.

Die ARCUSAFLEX® ist eine axial steckbare Flanschkupplung mit hoher Torsionselastizität. Sie wird häufig in Windkraftanlagen eingesetzt, da sie eine robuste Bauweise mit einfacher Montage kombiniert. Beide Kupplungstypen sind bewährte Lösungen im Antriebsstrang von Windenergieanlagen – und beide sind auf den regelmäßigen Austausch ihrer Elastomere angewiesen.

                                                          

Centaflex A

  • torsionsweich ausgelegt
  • Elastomersterne/Gummielemente als zentrales Funktionsmodul
  • typischerweise in Diesel- und Windanwendungen eingesetzt
  • Fehlausrichtungskompensation und Vibrationsdämpfung im Fokus

 

ARCUSAFLEX®

  • kompakte, axial steckbare Kupplung
  • erreicht durch radiale Elastomersegmente sehr gute Schwingungsentkopplung
  • hohe Torsionsweichheit bei gleichzeitig hoher Überlastfähigkeit
  • besonders häufig in Windanlagen verbaut

 

Elastomere als Herzstück der Kupplungen

Die Gummielemente sind das eigentliche „Arbeitsorgan“ der Kupplungen. Sie übernehmen die Drehmomentübertragung, gleichen Versätze aus und dämpfen Schwingungen.

Sie bestehen aus Materialien wie Naturkautschuk oder speziellen synthetischen Mischungen (zum Beispiel NBR, EPDM, SBR oder Silikon) mit hoher Temperatur- und Alterungsbeständigkeit.

Diese Elastomere verformen sich elastisch unter Last und stellen sich bei Entlastung zurück. Dabei sind sie stetig wechselnden Temperaturen, Feuchtigkeit und mechanischen Schocklasten, zum Beispiel durch Windböen, ausgesetzt.

Die Qualität und der Zustand der Gummielemente entscheiden also direkt über die Lebensdauer der Kupplung und damit über die Betriebssicherheit der gesamten Anlage.

Bedeutung der richtigen Shore-Härte

Beim Retrofit von Kupplungen wie Centaflex A und ARCUSAFLEX® geht es nicht nur darum, alte Elastomere zu ersetzen. Von großer Bedeutung ist, dass die neuen Elemente auch die passende Shore-Härte haben. Die Shore-Härte beschreibt, wie hart oder weich ein Elastomer ist. Von ihr ist abhängig, ob die Kupplung nach dem Retrofit auch ihre ursprüngliche Dämpfungs- und Schutzfunktion in vollem Umfang wieder leisten kann.

Die Shore-Härte beeinflusst direkt:

  • die Torsionssteifigkeit der Kupplung und damit die Übertragung von Drehmomenten
  • das Dämpfungsverhalten, also wie stark Laststöße und Schwingungen abgefangen werden
  • die Eigenfrequenzen des Antriebsstrangs, die bei falscher Härte ungünstig verschoben werden können
  • das Komfort- und Schutzverhalten gegenüber Laststößen und Netzereignissen

Weichere Elemente (niedrige Shore-Härte) bieten eine bessere Dämpfung, sind aber weniger tragfähig und verschleißen schneller.

Härtere Elemente (hohe Shore-Härte) tragen höhere Lasten, dämpfen jedoch weniger und können bei falscher Anwendung zu Rissbildung führen.

Die Wahl der falschen Shore-Härte kann zu erhöhtem Verschleiß und sogar Schäden an Getriebe und Generator führen, was die Retrofit-Maßnahme ineffizient, ja kontraproduktiv machen würde. Deshalb ist die Härteprüfung beim Austausch so wichtig.

Retrofit-Prozess in der Praxis

Der Austausch der Gummielemente ist vergleichsweise unkompliziert, wenn er planmäßig erfolgt. Die Centaflex A garantiert einen werkzeugarmen Austausch durch geteilte Elemente. Die ARCUSAFLEX® erleichtert die Montage durch ihre einfache Streckbarkeit. Im Folgenden wollen wir Kriterien für den Austausch und das Prozedere darstellen.

Der richtige Zeitpunkt für den Austausch – wann sollte gewechselt werden?

Ein geplanter Retrofit reduziert Stillstandszeiten und stellt sicher, dass die Kupplung ihre volle Funktionalität behält. Bei Windkraftanlagen sollten folgende Kriterien für den rechtzeitigen Austausch der Elastomere angelegt werden:

  • sichtbare Risse
  • verhärtete Elastomere
  • starke bleibende Verformung
  • erhöhte Schwingungspegel
  • Betriebsstunden-Grenzwerte überschritten
  • Herstellerangaben überschritten (z. B. alle 5–7 Jahre)

Praktischer Ablauf eines Retrofits – Schritt für Schritt

Ein technisch korrekter und wirtschaftlich sinnvoller Austausch der Elastomere an der Centaflex A und der ARCUSAFLEX® sollte einem klaren Ablauf folgen. Nur so ist gewährleistet, dass die Kupplung wieder zuverlässig arbeite und die Betriebssicherheit der gesamten Anlage gewährleistet ist. Der folgende Prozess zeigt, wie eine praxisnahe Umsetzung aussehen könnte.

1. Zustandsanalyse

Schwingungsprotokolle prüfen, Shore-Härte und Materialzustand optisch und durch Messung feststellen

2. Festlegung des passenden Ersatzelements

Richtige Shore-Härte auswählen, Temperatur- und Lastprofil berücksichtigen und eventuell auf verstärkte Elastomere oder Y-Mischungen zurückgreifen

3. Demontage & Austausch

Bei ARCUSAFLEX® oft radial möglich, bei Centaflex A ist teilweise axialer Ausbau nötig.

4. Montageprüfung

Vorspannung überprüfen, Ausrichtung des Antriebsstranges sicherstellen und auf Fett- und Ölfreiheit am Elastomer achten.

5. Inbetriebnahme & Monitoring

Schwingungsmessungen vergleichen, Temperaturverhalten prüfen und alle Werte für die nächste Wartung dokumentieren.

Retrofit als Schlüssel zur nachhaltigen Anlagenbewirtschaftung

Der Austausch der Gummielemente in Centaflex A und ARCUSAFLEX® -Kupplungen ist keine optionale Maßnahme, sondern eine Notwendigkeit für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb von Windenergieanlagen.

Die richtige Shore-Härte und der termingerechte Austausch sind entscheidend für die Lebensdauer der Kupplungen und die Betriebssicherheit der gesamten Anlage. Retrofit-Maßnahmen sind damit ein zentraler Baustein nachhaltiger Anlagenbewirtschaftung.

Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl der richtigen Shore-Härte oder beim Retrofit Ihrer Centaflex A oder ARCUSAFLEX®-Kupplungen benötigen, sprechen Sie uns an. Wir sind jederzeit für Sie da.

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